200920 Weltkindertag

Weltkindertag: Jugendprojekt des Bundesverbands Kinderhospiz macht auf BedĂŒrfnisse schwersterkrankter Jugendlicher aufmerksam

„Mitleid ist wie eine nicht-wirkende Medizin“ steht ĂŒber dem Schwarzweißbild des 14jĂ€hrigen Sebastian. Er meint es so. Mit Mitleid kennt er sich aus – Sebastian hat SMA, also Muskelschwund. Ja, er sitzt im Rollstuhl, und ja, er kann ein paar Dinge nicht so machen wie er gerne wĂŒrde – Mitleid will er trotzdem nicht. Wie Sebastian geht es auch den anderen Jugendlichen, die bei der Fotokampagne der „GrĂŒnen Bande“ mitmachen.

Das Jugendprojekt des Bundesverbands Kinderhospiz ist ein Club fĂŒr schwersterkrankte Jugendliche, fĂŒr ihre Geschwister und Freunde oder Jugendliche, deren Eltern schwerstkrank sind. Weil sie alle einfach „normal“ behandelt werden wollen, ist Mitleid so ziemlich die unerwĂŒnschteste Reaktion ĂŒberhaupt. „Ich brauch‘ kein Mitleid“ ist deshalb auch der Titel eines Songs, den die Mitglieder der GrĂŒnen Bande selbst komponiert und vertont haben. Die Produktion des Musikvideos dazu musste wegen Corona zwar verschoben werden – doch die GrĂŒne Bande ist in Zeiten der Pandemie aktiver denn je.

„BewegungseinschrĂ€nkung ist fĂŒr uns ja nichts Neues“, sagt die 15jĂ€hrige Nina trocken. Als gewĂ€hlte Chefin der GrĂŒnen Bande ist sie diejenige, die regelmĂ€ĂŸig zu virtuellen Bandentreffen per Videochat einlĂ€dt, die Themen vorschlĂ€gt und die Umsetzung von Kampagnen – so wie die Fotostrecke, in der jedes Bandenmitglied mit einem starken Satz darauf aufmerksam macht, dass kranke oder behinderte Jugendliche nicht anders sind und nicht anders behandelt werden wollen als gesunde Gleichaltrige. Zum Weltkindertag veröffentlicht Nina mit ihrer Bande diese Bilder ĂŒber die sozialen Netzwerke; die Jugendlichen möchten damit DenkanstĂ¶ĂŸe geben. „Es ist total nervig, wenn man nur ĂŒber seine Krankheit definiert wird“, weiß die junge Bandenchefin aus Erfahrung. Nina selbst ist gesund, doch ihr Ă€lterer Bruder Felix hat einen Hirntumor, und seine Krankheit hat Auswirkungen auf jeden in der Familie. „Da braucht man dann nicht auch noch BeschrĂ€nkungen von außen“, sagt Nina selbstbewusst.

Bald darf die 15-JĂ€hrige die Belange der GrĂŒne Bande auf einer ganz großen BĂŒhne vertreten: Nina ist dieses Jahr eine der PreistrĂ€gerinnen der „Goldenen Bild der Frau“ – und wild entschlossen, die Öffentlichkeit auf das Mitleids-Thema hinzuweisen. „Zum Weltkindertag möchten wir von der GrĂŒnen Bande der Gesellschaft einen Gedanken mitgeben“, sagt Nina. „Wir möchten unser Recht auf KEIN Mitleid einfordern! Hört bitte auf, uns zu bedauern. UnterstĂŒtzt uns lieber, damit wir alles machen können was auch Ihr gerne macht. Wir sind nicht anders!“

„Die GrĂŒne Bande und ihre Chefin haben seit ihrer GrĂŒndung vor drei Jahren Außerordentliches geleistet“, sagt Sabine Kraft stolz. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands Kinderhospiz hatte das Projekt gemeinsam mit der damals 16jĂ€hrigen, schwerstkranken Sina Wolf ins Leben gerufen, weil es kein deutschlandweitesVernetzungsangebot fĂŒr diese Altersgruppe gab – inzwischen hat die GrĂŒne Bande ĂŒber 50 aktive Mitglieder, die vor Ideen nur so strotzen. Mit dem Thema Mitleid aufzurĂ€umen ist nur der Anfang


Weitere Informationen und auch das Anmeldeformular (fĂŒr Jugendliche ab 14 Jahren) finden sich auf der Webseite des Jugendclubs: www.gruene-bande.de

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