200326 Corona

Coronakrise: Bundesverband Kinderhospiz mahnt zu SolidaritĂ€t – etwa 50.000 Kinder gehören zur Hochrisikogruppe!

Genauso dramatisch wie die Situation in den Intensivstationen der KrankenhĂ€user sieht es derzeit in den deutschen Kinderhospizen aus. Etwa 50.000 Kinder in Deutschland sind lebensverkĂŒrzend erkrankt – und gehören deshalb zur Hochrisikogruppe, die eine Infektion mit dem neuartigen Virus wohl nicht ĂŒberleben wĂŒrde. „Es herrschen wirklich verzweifelte ZustĂ€nde“, berichtet Sabine Kraft. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands Kinderhospiz (BVKH) widmet sich derzeit vor allem der Vernetzung, des Austauschs und der Beratung der rund 130 Mitgliedseinrichtungen, die darum kĂ€mpfen, die von ihnen betreuten Familien, aber auch die eigenen Mitarbeiter zu schĂŒtzen. Was tun, wenn fĂŒr die Versorgung schwerstkranker Kinder keine Desinfektionsmittel, keine Schutzkleidung zur VerfĂŒgung steht? Wie verkraftet man AusfĂ€lle von Mitarbeitern? Wie nur das Ausbleiben der essentiell wichtigen Spendengelder?

„In der Kinderhospizarbeit betreuen wir Menschen, die sowieso schon so große Ängste um ihr erkranktes Kind aushalten mĂŒssen“, sagt Irene MĂŒller. Als Vorstandsmitglied des BVKH sieht sie die dynamische Entwicklung mit grĂ¶ĂŸter Sorge. „Die derzeitige Situation versetzt viele in regelrechte Panik. Gerade jetzt sind Betreuung und Hilfe unverzichtbar!"

Familien mit einem lebensverkĂŒrzend erkrankten Kind können nicht auf einen leichten Krankheitsverlauf hoffen. Sie mĂŒssen sich nun noch mehr isolieren. Diese Familien mussten schon vor Corona mit Desinfektionsmitteln, Atemschutzmasken und Ă€ußerster Vorsicht den fragilen Gesundheitszustand ihrer Kinder sichern. „Es ist wichtig und nötig, gut auf sich zu achten und aktiv dazu beizutragen, dass sich das neuartige Virus nicht so schnell ausbreitet“, sagt Sabine Kraft. „SchutzausrĂŒstung wie Atemmasken sind fĂŒr ‚normal gesunde‘ Menschen nicht nötig. Diese Hilfsmittel sollten denen ĂŒberlassen werden, die sie am dringendsten brauchen!“

Die Kinderhospizarbeit in Deutschland wird auch durch den Einsatz vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter gewĂ€hrleistet. Viele von ihnen sind ĂŒber 60 Jahre alt und können deshalb aus Selbstschutz ihren Dienst derzeit nicht antreten. In den stationĂ€ren Kinderhospizen stehen die PflegekrĂ€fte vor der Herausforderung, dass zuhause die eigenen Kinder betreut werden mĂŒssten, wĂ€hrend im Kinderhospiz AusfĂ€lle von Kollegen zu kompensieren sind. „Unser Ziel ist es, die uns anvertrauten jungen Menschen und ihre Zugehörigen weiterhin in unseren HĂ€usern zu begleiten“, so MĂŒller, „Dies ist aber nur möglich, wenn die PflegefachkrĂ€fte mit ausreichend Schutzkleidung ausgestattet sind!“

Die Mitglieder des Bundesverbands Kinderhospiz hoffen hÀnderingend auf Nachlieferungen, die derzeit vom BVKH organisiert werden.

Angesichts der angespannten Wirtschaftslage bittet Sabine Kraft um SolidaritĂ€t und UnterstĂŒtzung fĂŒr alle Kinderhospize. „Kinderhospizarbeit hĂ€ngt immer noch in hohem Maße von Spenden ab“, erklĂ€rt sie. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir uns weiterhin bestmöglich um betroffene Familien kĂŒmmern können. Dies gelingt nur, wenn wir finanzielle Hilfe bekommen.“

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