Jugendprojekt des Bundesverband Kinderhospiz feiert Geburtstag – Film gibt Einblicke in die Zusammenarbeit

Auf der HohenzollernbrĂŒcke In Köln steht eine Gruppe junger Touristen, lacht und kettet zu den Tausenden von Schlössern, die die BrĂŒcke zieren, noch eine Handvoll weitere dazu. Was in Köln vermutlich jeden Tag passiert, ist fĂŒr diese Gruppe dennoch etwas ganz Besonderes: Hier ist die „GrĂŒne Bande“ unterwegs, das Jugendprojekt des Bundesverbands Kinderhospiz. Seit genau einem Jahr gibt es den Club fĂŒr schwerstkranke Jugendliche, ihre Geschwister und Freunde.

An einem Wochenende im November treffen sich die Bandenmitglieder auf Einladung des Bundesverbands Kinderhospiz und Kooperationspartner Aktion Kindertraum in Köln. Dort wird gefeiert, gelacht, gearbeitet: „Ich bin so froh, dass es die GrĂŒne Bande gibt“, sagt Bandenchefin Sina Wolf, „So etwas gab es bis jetzt noch nicht fĂŒr uns“. Die 17-JĂ€hrige ist MitbegrĂŒnderin des Jugendclubs und seit einem Jahr „Bandenchefin“. Sina sitzt selbst aufgrund ihrer Krankheit SMA (spinale Muskelatrophie) im Rollstuhl. Sie hat das Konzept mitentwickelt, das den Jugendlichen den Spielraum und die Möglichkeiten verschaffen soll, sich zu eigenen Themen Gehör zu verschaffen. „Wir haben was zu sagen“ ist das Motto der GrĂŒnen Bande, und in Köln wird eifrig an dem „was“ gearbeitet. Mehr Anerkennung, weniger Ausgrenzung, und vor allem nicht immer und ĂŒberall dieses nervige Mitleid – Sina und die Bandenmitglieder entwickeln Statements, die sie in einer Fotokampagne einbinden möchten und die außerdem direkt in einen eigenen Songtext einfließen. SĂ€ngerin und Songwriterin Ela Querfeld und SĂ€nger Robin Eichinger sind in Köln dabei und komponieren mit der GrĂŒnen Bande einen eigenen Song.

Mit dabei ist auch der junge Filmemacher Noah Bach, der die Jugendlichen mit seinen Kameras begleitet. Zum ersten Geburtstag schenkte er der GrĂŒnen Bande seine Zeit und einen Film ĂŒber das erste Bandentreffen. In aussagekrĂ€ftigen Bildern fĂ€ngt er darin ein, wie kreativ, lebhaft und lustig die Bande tagte – allen EinschrĂ€nkungen zum Trotz. Der Film ist ab heute auf www.gruene-bande.de und auf YouTube zu sehen: https://youtu.be/RhrUrxW3wgA

181220 Ein Jahr Gruene Bande

„Ich bin begeistert, welche Ergebnisse die Bandenmitglieder gemeinsam erarbeiten konnten“, freut sich Sabine Kraft, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands Kinderhospiz. „Es ist toll zu sehen, wie gut die Jugendlichen die Plattform nutzen, die wir ihnen mit der GrĂŒnen Bande anbieten“. Auch Ute Friese, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von Aktion Kindertraum und Sponsorin des Jugendprojekts ist vom Schaffensdrang der Bande beeindruckt. „Hier in Köln konnte ich hautnah erleben, welche Energien es freisetzt, wenn schwerstkranke Jugendliche oder ihre Geschwister endlich einmal selbst zu Wort kommen!“ Der bandeneigene Song soll Anfang des Jahres in einem Tonstudio aufgenommen werden, die Umsetzung der Fotokampagne ist ebenfalls fĂŒr 2019 geplant. „In unserem Song lautet eine Zeile: ‚Wir sind nicht normal und dabei völlig normal!‘“, sagt Sina: „Und genau das zeigen wir der Öffentlichkeit auch!“ Bleibende Zeichen setzen – das haben die Jugendlichen in Köln nicht nur auf der HohenzollernbrĂŒcke geschafft, wo die nagelneuen VorhĂ€ngeschlösser mit den Namen der Bandenmitglieder funkeln.

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