181125 Totensonntag

Bundesverband Kinderhospiz: Trauerarbeit fĂŒr Familien ist nur durch Spenden möglich!

„Wir können Ihrem Kind nicht mehr helfen“ – solche niederschmetternden Aussagen von Ärzten hören in Deutschland jedes Jahr rund 5000 Familien. Sie mĂŒssen die Tatsache aushalten, dass ihr Kind an einer unheilbaren und lebensverkĂŒrzenden Krankheit leidet. Ab dem Zeitpunkt einer solchen Diagnose können sich betroffene Familien an Kinderhospizeinrichtungen wenden, die sie begleiten und betreuen. „Durch die Entwicklungen in der Medizin bleiben den Familien oft noch einige gemeinsame Jahre“, so Sabine Kraft, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands Kinderhospiz. „In dieser ganzen Zeit und besonders wichtig, auch in der Phase der Trauer, könne sich betroffene Familien an Kinderhospizeinrichtungen wenden.“

5000 Kinder sterben jedes Jahr an unheilbaren Krankheiten. FĂŒr die Angehörigen sind die Mitarbeiter der Kinderhospize auch ĂŒber den Tod des Kindes hinaus wichtige Bezugspersonen und geben Hilfe und RĂŒckhalt. An Gedenktagen wie dem anstehenden Totensonntag spenden zum Beispiel gemeinsame Trauerrituale Trost und Kraft.  Doch der Bundesverband Kinderhospiz macht darauf aufmerksam, dass diese wichtige Arbeit immer noch weitestgehend von Spenden abhĂ€ngt – „Der Anspruch auf staatliche ZuschĂŒsse endet mit dem Leben des Kindes. Die Trauerarbeit fĂŒr Familien in ambulanten wie stationĂ€ren Kinderhospizen ist immer noch völlig unterfinanziert“, mahnt Sabine Kraft. 

Dabei wirkt sich der Verlust eines Kindes natĂŒrlich auf alle Angehörigen aus – ein Leben lang. Beim OSKAR Sorgentelefon, der Hotline, die der Bundesverband Kinderhospiz fĂŒr Betroffene und ihr Umfeld, fĂŒr Fachleute und auch speziell fĂŒr trauernde Familien eingerichtet hat, melden sich rund um Tage wie den Totensonntag besonders viele Anrufer. „Vielen tut es gut ĂŒber ihre Trauer sprechen zu können, ganz egal, wie lange der Todesfall schon her ist“, so Kraft. „Gesellschaftlich wird von Trauernden erwartet, nach einer gewissen Zeit wieder ‚normal‘ zu funktionieren. An der hohen Nutzung des OSKAR Sorgentelefons merken wir, wie schwer das den Betroffenen oft fĂ€llt.“ Auch der Betrieb der Hotline, die rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr kostenlos und anonym unter der Nummer 0800 8888 4711 zu erreichen ist, ist komplett von Spenden abhĂ€ngig. „Es ist inakzeptabel, dass Kinderhospizarbeit und UnterstĂŒtzung fĂŒr trauernde Familien von finanzieller Machbarkeit abhĂ€ngt“, so Kraft. Der Bundesverband setzt sich deshalb in Deutschland auf politischer Ebene dafĂŒr ein, der Kinderhospizarbeit bessere Rahmenbedingungen zu verschaffen und fördert betroffene Familie ĂŒber eine eigene Stiftung schnell und unkompliziert. Auch auf internationaler Ebene setzt sich Sabine Kraft fĂŒr lebensverkĂŒrzend erkrankte Kinder ein - als ehrenamtliche Vorsitzende des Internationalen Netzwerkes fĂŒr die Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen ICPCN.

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