25 Jahre UN-Kinderrechtskonvention

Kranken Kindern werden Rechte verwehrt.
Kritik des Bundesverbands Kinderhospiz: Nicht alle Punkte der Kinderrechtskonvention sind verwirklicht.

Auch zweieinhalb Jahrzehnte nach ihrer Einführung sind die Kinderrechte in Deutschland aus Sicht des Bundesverbands Kinderhospiz nicht immer gewährt und geschützt. „Gerade lebensverkürzend erkrankte Kinder, die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft, können sich leider nicht immer darauf verlassen, zu ihrem Recht zu kommen“, sagte Verbandsgeschäftsführerin Sabine Kraft anlässlich des heutigen 25. Geburtstags der Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention. In deren Artikel 3 ist festgelegt, dass das Kindeswohl ein Gesichtspunkt ist, der bei allen Maßnahmen vorrangig zu berücksichtigen ist - egal, ob es um Handlungen von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen geht. Artikel 24 gesteht Kindern außerdem ein Recht auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit zu – und darauf, Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit zu nutzen.

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Mehr Mittel für Trauerarbeit nötig

141114-Botschaftertreffen

Momentan können ambulante und stationäre Kinderhospize ihr umfassendes Begleitungsangebot für betroffene Familien nur deshalb aufrecht erhalten, weil sich viele Menschen ehrenamtlich dort engagieren – und weil sie jedes Jahr aufs Neue Spendengelder auftreiben. Dabei spielen auch die so genannten Botschafter des Bundesverbands Kinderhospiz, meist Persönlichkeiten aus Wirtschaft oder Kultur, eine wichtige Rolle: Sie rufen verschiedenste Projekte ins Leben, die der Kinderhospizarbeit zugute kommen. Rund 30 dieser Unterstützer – darunter Musicalstar Renée Knapp, die neueste Botschafterin des Verbands – trafen sich am Freitag in der Autostadt in Wolfsburg. Sie nutzten die Veranstaltung, um Kontakte zu knüpfen, gemeinsam neue Projekt-Ideen zu entwickeln und ihre Erfahrungen auszutauschen. So informierte etwa Bernhard Fritsch, Geschäftsführer der Wolfgang Ott GmbH, über eine besonders erfolgreiche Spendenaktion: Sein Unternehmen, ein Spezial-Versicherungsmakler für Architekten und Beratende Ingenieure in Stuttgart, sammelte anlässlich des 50-jährigen Bestehens gemeinsam mit Kunden und Geschäftspartnern über 250 000 Euro – die größte Einzelspende in der Geschichte des Bundesverbands Kinderhospiz. Der Cartoonist Peter Gaymann stellte die neuen Benefiz-Briefmarken zugunsten der Kinderhospizarbeit vor, die er gestaltetet hat und die ab sofort beim Bundesverband erhältlich sind. Außerdem präsentierten die Botschafter Marquardt Petersen, Trompeter, und Kim Sanders, Sängerin, in Wolfsburg den Song „Light a Light“: Auch aus dessen Verkaufserlös wird die Kinderhospizarbeit unterstützt, erhältlich ist der Titel im Online-Shop auf www.bundesverband-kinderhospiz.de

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„Light a Light“: Ein Song zugunsten schwerstkranker Kinder

Ein kleiner Stern, der an ein verstorbenes Kind erinnert – und an dessen Liebe: Dieses Bild prägt den Charity-Song „Light a Light“, den der Bundesverband Kinderhospiz heute (14.11.2014) veröffentlicht hat. Der Verkaufserlös des Titels kommt der Kinderhospizarbeit in Deutschland zugute, die lebensverkürzend erkrankte Kinder und ihre Angehörigen begleitet – auch über den Tod des Sohnes, der Tochter, des Bruders oder der Schwester hinaus.

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Internationaler Tag der Kinderrechte - Auch schwer kranke Kinder haben Rechte

Der Bundesverband Kinderhospiz e.V. macht zum internationalen Tag der Kinderrechte auf die Situation unheilbar kranker Kinder aufmerksam
Der internationale Tag der Kinderrechte gibt verschiedensten Organisationen immer wieder Anlass, die Stärkung von Kindern in ihren Rechten zu fordern. Bildung, Schutz vor Missbrauch, Ernährung und Gesundheitsversorgung sollen Kindern weltweit ein glückliches chancenreiches Leben ermöglichen. In 54 Artikeln hat die UN-Kinderrechtskonvention diese Rechte verbrieft.
„Wir beim Bundesverband Kinderhospiz arbeiten auch daran, dass Kinder zu ihrem Recht kommen. Zu einem Recht, an das kaum jemand denkt, wenn es um Kinderrechte geht: zu ihrem Recht, in Würde zu sterben“, sagte Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Kinderhospiz e.V., anlässlich des Kinderrechtstages. Ein würdiger Sterbeprozess wird Kindern in Deutschland immer wieder versagt. Etwa 23.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind lebensverkürzend erkrankt, rund 5.000 von ihnen sterben jedes Jahr. Nur etwa 250 dieser vielen Tausend schwerstkranken Kinder können jährlich in einem Kinderhospiz betreut werden – mehr Kapazitäten gibt es nicht. In Deutschland arbeiten heute zwölf solcher Einrichtungen, dazu kommen noch etwa 100 ambulante Kinderhospizdienste.
Kinderhospize arbeiten ganzheitlich, sie integrieren Familie und Umfeld der Erkrankten in die Versorgung. Den ehrenamtlichen und professionellen Mitarbeitern geht es neben der medizinischen Betreuung und Hilfe mit finanziellen und sozialen Angelegenheiten um Stärkung und Zuwendung, um Lebensqualität und darum, die noch vorhandenen Möglichkeiten des Kindes zu nutzen. Nebenbei gewährleisten sie den Austausch und die Vernetzung von Betroffenen und Helfenden.

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Mängel in der Versorgung

Schwerstkranke Kinder, die nur noch begrenzte Zeit zu leben haben, und ihre Familien werden in Deutschland nicht immer optimal versorgt.

Das belegt eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesverbands Kinderhospiz, die die Versorgungssituation in den Regionen Ostwestfalen, Berlin und Stuttgart analysiert. Die Untersuchung des Instituts „AGP Sozialforschung“ an der Evangelischen Hochschule Freiburg zeigt beispielsweise Mängel in der ambulanten Kinderkrankenpflege auf: So wurde etwa deutlich, dass in Berlin und Stuttgart vielfach geeignete Pflegekräfte fehlen und  die Flexibilität der Dienste erhöht werden mĂĽsste. Kurze Einsätze, um einem schwerstkranken Kind eine Spritze zu geben, sind häufig unmöglich.  Die Nachfrage nach Kinderkrankenpflege ĂĽbersteigt oft die Kapazitäten der Anbieter, so dass sie betroffene Familien abweisen mĂĽssen. Hinzu kommt: Nicht alle jungen Patienten, die ambulant von einem Kinderschmerztherapeuten versorgt werden mĂĽssten, bekommen diese UnterstĂĽtzung – schlicht deshalb, weil es einen solchen Experten in ihrer Heimatregion nicht gibt. Besonders ungĂĽnstig wirkt sich das Fehlen der so genannten  SAPPV-Verträge aus, deren Abschluss seit Jahren verzögert wird. Dabei geht es um die spezialisierte ambulante pädiatrische Palliativversorgung.

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