161209 PM BVKH zum Worldwide Candle Lighting

Ein Junge kommt mit einer seltenen Nerven-Muskel-Erkrankung zur Welt: Älter als drei Jahre wird er nicht werden, sagen die Ärzte den fassungslosen Eltern. Ein Mädchen erkrankt mit neun Jahren an einem aggressiven, unheilbaren Hirntumor: eine Schockdiagnose für sie und ihre Familie. Allein in Deutschland leben etwa 40.000 Kinder mit einer Krankheit, die ihr Leben absehbar verkürzen wird – etwa 5.000 von ihnen sterben jedes Jahr. Hinzukommen die vielen Kinder und Jugendlichen, die unverschuldet sterben, weil sie beispielsweise Opfer eines Verkehrsunfalls werden.

Jährlich zum „Worldwide Candle Lighting“ – dem Weltgedenktag für verstorbene Kinder – ruft der Bundesverband Kinderhospiz in ganz Deutschland dazu auf, am zweiten Sonntag im Dezember (in diesem Jahr am 11. Dezember) um 19 Uhr Kerzen anzuzünden und diese gut sichtbar in ein Fenster zu stellen. Der Gedenktag geht zurück auf die „Compassionate Friends“, einen amerikanischen Verein verwaister Eltern, der die Initiative 1996 ins Leben rief. Die Idee, die hinter dem weltweiten Kerzenleuchten steht, ist schnell erklärt: Wenn die Kerzen in der einen Zeitzone erloschen sind, werden sie aufgrund der Zeitverschiebung in der nächsten entzündet. Dadurch entsteht der Eindruck einer Lichterwelle, die in 24 Stunden einmal um die ganze Erde wandert. „Möge ihr Licht für immer scheinen“ ist die Grundidee hinter dieser Lichterwelle zum „Worldwide Candle Lighting“ und zum Gedenken an verstorbene Kinder und Jugendliche.

„Eine Kerze anzuzünden, ins Fenster zu stellen und mit einem kleinen, warmen Licht die Erinnerung an ein verstorbenes Kind lebendig zu halten, ist ein wertvolles Erlebnis. Damit können Eltern und alle Angehörigen und Freunde ihrer Trauer ganz bewusst Zeit geben. Und es ist ein Zeichen, dass die Kinder in unseren Herzen weiterleben und für immer bei uns sein werden. Das ist wichtig: Denn gerade Kinder, die eine lebensverkürzende Krankheit haben, mit der sie möglicherweise nie erwachsen werden, haben oft Angst, nach ihrem Tod vergessen zu werden“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz (BVKH).

Jedes Licht im Fenster steht für ein verstorbenes Kind, das einst das Leben erhellt hat und das nie vergessen werden wird. Es steht aber auch für die Hoffnung, dass die Trauer das Leben der Angehörigen nicht für immer dunkel bleiben lässt. „Das Licht soll Brücken schlagen – von einer Familie zur anderen, von einem Haus zum anderen, von einer Stadt zur anderen, von einem Land zum anderen“, sagt Sabine Kraft.

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