Kinderhospize sind auf Spenden angewiesen, um Betroffene unterstützen zu können

Kinderhospiz-Mitarbeiter können trauernde Eltern nach dem Tod ihres Kindes nur weiter begleiten und unterstützen, solange es dafür genügend Spenden gibt. Darauf hat der Bundesverband Kinderhospiz (BVKH) heute anlässlich des Totensonntags hingewiesen. „Solche Gedenktage sind für Eltern, die ihren Sohn oder ihre Tochter verloren haben, oft besonders schmerzhaft. Manche Väter und Mütter brauchen auch Monate, gar Jahre nach dem Tod ihrer Kinder noch Unterstützung in ihrer Trauer“, sagt BVKH-Geschäftsführerin Sabine Kraft. „Die öffentlichen Zuschüsse für die Kinderhospizarbeit aber enden mit dem Todestag eines Kindes abrupt. Darum ist die Trauerbegleitung für verwaiste Eltern, Geschwisterkinder und andere Angehörige chronisch unterfinanziert – sowohl in ambulanten wie stationären Einrichtungen.“
Viele Mitarbeiter in der Kinderhospizarbeit seien zwar ehrenamtlich aktiv, aber auch bei deren Schulung und Koordination entstünden immer Kosten, so Sabine Kraft weiter. „Man muss es ganz klar sagen: Ohne Spenden könnten viele Kinderhospize die Trauerbegleitung über den Tod eines Kindes hinaus nicht aufrecht erhalten.“ Dabei sei es für die Eltern, Geschwister und andere Angehörige eines Kindes, das absehbar sterben wird, unglaublich wichtig, in dieser schwierigen Lebensphase nicht alleine gelassen zu werden. „Viele Betroffene haben teils über Jahre eine vertrauensvolle Beziehung zu den Mitarbeitern der Kinderhospize aufgebaut – und genau die darf nach dem Tod des Kindes nicht einfach wegbrechen“, erläutert Kraft.

Wie eine betroffene Familie mit ihrer schwierigen Lebenssituation zurechtkommt und welche Unterstützung sie in einem Kinderhospiz bekommt, zeigt das Filmprojekt „Lenas Reise“, das der BVKH bei dem Filmemacher Thomas Binn in Auftrag gegeben hat. Die mehrteilige Dokumentation über das Schicksal der 16-jährigen, krebskranken Lena ist auf der Homepage des BVKH anzusehen. „Wir freuen uns sehr, dass unser Filmprojekt nun sogar Teil der Sendung 'Kummerkasten' im KiKA geworden ist, dem Kinderkanal von ARD und ZDF“, sagt Sabine Kraft. „Die Sendung erzählt auf kindgerechte Weise, wie Lena, ihre Eltern und Geschwister mit Lenas Krebserkrankung, ihrem nahenden Tod und der Trauer umgehen.“ Ausgestrahlt wird „Kummerkasten“ heute um 20:00 Uhr.
„Es ist klasse, dass Lenas Geschichte im KiKA ein großes Publikum findet und so hoffentlich dazu beiträgt, mehr Verständnis für die betroffenen Familien zu schaffen“, ergänzt Filmautor Thomas Binn, der zugleich als Botschafter für den Bundesverband Kinderhospiz aktiv ist. Denn genau hier liegt ein großes Problem für Familien mit unheilbar kranken Kindern – das zeigt die Erfahrung aus der Kinderhospizarbeit immer wieder: Häufig wenden sich ihre Freunde und Bekannten ab, weil sie das schwere Schicksal nicht miterleben wollen oder können. Diese soziale Isolation macht den Betroffenen das Leben oft unglaublich schwer – zusätzlich zu allen Finanznöten, Ängsten und Sorgen um ihre Tochter oder ihren Sohn. Unwissen, Berührungsängste und Vorbehalte gegenüber Familien mit unheilbar kranken Kindern abzubauen, gehört daher seit jeher zu den Aufgaben des Bundesverbands Kinderhospiz. „Mit einem Filmprojekt wie 'Lenas Reise' wollen wir die Menschen sensibilisieren“, so Kraft. „Und wenn das Thema nun im KiKa auch junge Zuschauer erreicht, freut uns das besonders."

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