180626 Werner Kramer Social Media

In seinem Atelier bei Köln stehen Dinge, die man in einem Atelier erwartet: Staffeleien, Leinwände, Farbtöpfe… und ein paar Wanderschuhe. Der Künstler Werner Kramer wird ab dem 2. Juli seine Pinsel gegen eine Wanderausrüstung tauschen und von der Zugspitze nach Köln laufen – für die Kinderhospizarbeit. Seit Jahren setzt sich der engagierte „Wandervogel“ für den Bundesverband Kinderhospiz als Botschafter ein.

Herr Kramer, Sie stehen in den Startlöchern für einen gewaltigen Fußmarsch. Warum tun Sie das?
„Ehrlich gesagt ist das wirklich kein Spaziergang. Ich habe das schon mehrfach gemacht, vor zwei Jahren bin ich für den Bundesverband von Berlin nach Köln gelaufen, also weiß ich, was auf mich zu kommt. Das kann man keinem wirklich empfehlen, das muss man wollen. Ich will, weil es mir ein dringendes Anliegen ist, mich für unheilbar kranke Kinder einzusetzen.“

Wie weit ist es denn von der Zugspitze zurück nach Köln?
„Ich werde 750 Kilometer laufen und rechne damit, es in 28 Tagen zu schaffen. Das bedeutet aber auch, dass ich keine Pausen mache; ich werde einen Schnitt von fast 30 Kilometern am Tag laufen. Wenn dann irgendwo ein Schild auf eine schöne Aussicht verweist, die noch 200 Metern entfernt ist, lasse ich die
Aussicht Aussicht sein und laufe vorbei.“

Inwiefern hilft Ihre Wanderung der Kinderhospizarbeit?
„Ich habe ein Plakat an meinem Rucksack, dass darüber aufklärt, warum ich unterwegs bin, und jedem Menschen, der darüber etwas hören will, erzähle ich etwas über die wichtige Arbeit des Bundesverbands Kinderhospiz. Natürlich sammle ich bei der Gelegenheit auch Spenden. Ich freue mich schon wieder auf viele spannende Begegnungen!“

Was ist die größte Herausforderung bei Ihrem Vorhaben?
„Das ist ganz klar die eigene Psyche. Es wird gute Tage geben und schlechte. Wenn das Wetter ganz mies ist und ich an einem Tag so gar nichts für die Kinderhospizarbeit erreichen konnte, das ist schwierig für mich. Gut ist aber, dass man bei so einer Tour mit der Zeit einen ‚Pilgerblick‘ entwickelt, man schaltet total ab.“

Wie machen Sie auf Ihren Einsatz aufmerksam?
Ich poste jeden Tag mehrfach auf Facebook, wo ich gerade bin und wie es läuft und freue mich über Menschen, die das verfolgen und mich unterstützen! Auch auf der Seite des Bundesverbands Kinderhospiz wird man sehen können, wo ich gerade bin. Der Verband hat ja mit dem Kinder-Lebens-Lauf gerade selbst eine große Pilgerkampagne am Start. Meine Strecke läuft dem Kinder-Lebens-Lauf entgegen, und wir sind schon in der Planung, wie wir unsere Begegnung gebührend begehen.

Was nehmen Sie auf ihre Reise mit?
Ich habe einen sehr minimalistischen Ansatz – es ist erstaunlich, mit wie wenig man auskommen kann. Mein Gepäck wiegt acht Kilo, darin finden sich neben ein paar Klamotten und zwei Wäscheklammern vor allem viel Pflaster für meine Füße.

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