„Wir müssen uns weiterentwickeln!“

190524 EAPC


Europäischer Palliativ-Kongress schlüsselt palliative Versorgungslage in Europa auf – Deutschland an 15. Stelle

Die „European Association for Palliative Care“ EAPC stellt auf dem 16. Weltkongress in Berlin ihren neu aufgelegten „Atlas zur Palliativversorgung in Europa“ vor. Darin schlüsselt die Vereinigung auf, wie viele Menschen auf dem europäischen Kontinent palliative Versorgung benötigen – also so schwer erkrankt sind, dass eine Heilung ausgeschlossen ist und es um die medizinische und psychosoziale Begleitung der letzten Lebensphase, um ein würdiges und schmerzfreies Sterben geht.

Die EAPC hat für ihren Bericht erfasst, wie viele auf eine solche Leistung spezialisierte Einrichtungen es pro 100.000 Einwohner in europäischen Ländern gibt. Der von der Organisation empfohlene Richtwert, der eine gute Abdeckung gewährleisten würde, liegt bei zwei Diensten für diese Personenanzahl. Die Realität sieht jedoch auch im reichen Europa anders aus: jährlich sterben 4,4 Millionen Erwachsene, die palliative Versorgung bräuchten – leisten können eine solche 6388 Einrichtungen. Im Schnitt sind also nur 0,8 Dienste für 100.000 Menschen da – Deutschland liegt mit einer Quote von 1,1 auf Platz 15 in der Palliativversorgungs-Rangliste. Diese Zahlen bedeuten in der Realität: keine angemessene Betreuung, keine spezialisierte Schmerztherapie, wenn es auf das Ende zugeht.

Den Bedarf an Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen bildet der neue Atlas gesondert ab. „Palliativversorgung von Kindern unterscheidet sich grundlegend von der für Erwachsene“, erklärt Sabine Kraft. Die Geschäftsführerin des deutschen Bundesverbands Kinderhospiz ist Teilnehmerin des EAPC Kongresses und sehr zufrieden über die differenzierte Auswertung. „Die gesamte Hospizarbeit muss für Kinder gesondert betrachtet werden. Familien, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben, können ab der Diagnose die Dienste von Kinderhospizeinrichtungen in Anspruch nehmen, unabhängig davon, ob noch Therapien möglich sind oder nicht.“ Kinderhospizdienste betreuen alle Familienmitglieder, nicht nur das erkrankte Kind. Für dessen medizinische Versorgung sind SAPV-Teams (spezialisierte ambulante Palliativversorgung) und spezialisierte Pflegedienste zuständig – die in Deutschland derzeit aber durch den Fachkräftemangel oft unterbesetzt sind.

In ganz Europa sterben nach dem neuen EAPC-Atlas jedes Jahr 138.913 Kinder, die palliative Versorgung bräuchten. Um diese zu leisten, sind 385 ambulante Dienste, 162 Kliniken und 133 Hospize qualifiziert – verteilt in 38 Ländern. „In vielen europäischen Ländern gibt es immer noch keine spezialisierte Palliativversorgung für Kinder“, so Sabine Kraft. „Wir müssen uns dringend weiterentwickeln, um auch weltweit ein Vorbild sein zu können!“ Kraft war in den vergangenen drei Jahren Vorsitzende des internationalen Netzwerkes zur Palliativversorgung von Kindern und Jugendlichen ICPCN und ist dort weiterhin als ‚board member‘ aktiv. Weltweit leiden über 21 Millionen Kinder an lebensverkürzenden Erkrankungen, und zu viele von ihnen müssen aufgrund mangelnder Versorgung unnötig leiden.
Die EAPC-Studie wurde von der Universität im spanischen Navarra erhoben.

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Sommer Open Air mit „Glasperlenspiel“

190517 Sommer Open Air

Charity Konzert im Helvetia Parc Groß-Gerau lockt mit Starbesetzung – Letzte Tickets im Vorverkauf!

Seit über zehn Jahren findet das Sommer Open Air in Groß-Gerau zugunsten des Bundesverbands Kinderhospiz statt – diesmal am Samstag, 6. Juli 2019. Als Höhepunkt wird diesmal das Elektropop-Duo „Glasperlenspiel“ auftreten, doch auch viele andere Stars freuen sich, zugunsten der Kinderhospizarbeit Tausende von Besuchern zu begeistern.

„Glasperlenspiel“, bestehend aus Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg, werden mit Unterstützung einer Liveband Hits wie „Geiles Leben“ oder „Echt“ performen: „Wir freuen uns auf unseren Auftritt im Helvetia Parc Groß-Gerau! Kinder sind das Wichtigste auf der Welt und wir freuen uns, mit unserem Auftritt auf das Thema Kinderhospiz aufmerksam zu machen, “ sagen die beiden Künstler. Neben „Glasperlenspiel“ werden auch Stars wie Mike Singer, das Schlagerpop-Quintett Feuerherz sowie Luca Hänni und Vincent Gross beim Sommer Open Air mit dabei sein. Moderiert wird das Event von „Köln 50667“-Star Ingo Kantorek und Super RTL-Moderatorin Vanessa Meisinger.

Schon vor den Konzerten wird Besuchern in Groß-Gerau viel geboten: Der Nachmittag steht ganz im Zeichen der Kinder und Familien. Besucher können Erinnerungsfotos mit beliebten Filmcharakteren machen, sich in Hüpfburgen für kleine Ritter oder Einhorn-Fans austoben und bei einer großen Tombola tolle Preise gewinnen. Im Rahmen einer Autogrammstunde können Fans die Schauspieler Benjamin Heinrich, Antonia Michalsky, Sharon Berlinghoff und Yannik Meyer aus der RTL-Erfolgsserie „Unter uns“ treffen.

Einige wenige Tickets für diesen garantiert erlebnisreichen Tag und alle Konzerte sind über die Webseite www.openair-gg.de noch zu bekommen. „Wir freuen uns schon wieder riesig auf dieses Highlight im Sommer,“ sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. „Vielen Dank an alle Künstler und alle, die dieses außergewöhnliche Fest für uns organisieren!“ Auf Einladung des Bundesverbands Kinderhospiz sind in Groß-Gerau auch viele Familien dabei, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben oder auch um ihr Kind trauern. „Viele fiebern dem Sommer Open Air richtig entgegen und können es gar nicht erwarten“, freut sich Sabine Kraft.

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Unterstützung per Abstimmung

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Piening Personal spendet 14.214 Euro an den Bundesverband Kinderhospiz

Zu ihrem 40. Geburtstag hat sich die Firma „Piening Personal“ in Bielefeld etwas ganz Besonderes ausgedacht: 40.000 Euro sollten an gemeinnützige Organisationen gespendet werden – und die Kunden und Mitarbeiter durften abstimmen, an wen. „Mit unserer Aktion möchten wir Organisationen unterstützen, die mit ihrer Arbeit von Mensch zu Mensch jeden Tag viel in unserer Gesellschaft bewegen“, erklärt Holger Piening, geschäftsführender Gesellschafter von Piening Personal. Die Mitarbeiter des Unternehmens stellten eine Liste von zehn möglichen Begünstigten zusammen – darunter auch der Bundesverband Kinderhospiz, dem Holger Piening nun eine Spende von 14.214 Euro übergeben konnte.

„Als Unternehmen kümmern wir uns nicht nur intensiv um unsere Mitarbeiter und Kunden, sondern nehmen auch gesellschaftliche Verantwortung wahr“, erklärt Holger Piening. Piening Pesonal beschäftigt über 7.000 Mitarbeiter und ist überregional an mehr als 80 Standorten vertreten.

Die meisten Kunden und Mitarbeiter des Personaldienstleisters entschieden sich anlässlich der ungewöhnlichen Geburtstagsaktion dafür, die Kinderhospizarbeit zu unterstützen. „Sehr gerne unterstützen wir mit dieser Spende den Bundesverband Kinderhospiz. Die hier organisierten Kinderhospize fangen Familien auf, die in einer solchen Krisensituation oftmals überfordert sind und unbürokratische Soforthilfe und Unterstützung dringend nötig haben“, freuten sich Holger Piening und seine Frau Andrea Franke bei der Scheckübergabe. „Mit dieser großzügigen Spende können wir uns für Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern und die Kinderhospizarbeit in ganz Deutschland einsetzen“, bedankte sich Per Toussaint vom Bundesverband Kinderhospiz. „Es ist toll, diesen Familien mit wertvollen Hilfs- und Unterstützungsangeboten zur Seite stehen zu können!“

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Sag‘s durch die Blume

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190515 Kooperation Blumen 1

Bundesverband Kinderhospiz bekommt „blühende Unterstützung“ zum Muttertag

Eigentlich herrschte gerade Hochbetrieb – Muttertag ist Blumenzeit! Und trotzdem haben sich gleich mehrere deutsche Blumengroßhändler im Vorfeld des Muttertags Zeit für soziales Engagement genommen und unterstützten den Bundesverband Kinderhospiz. Die Firma Eurofleurs Elbers in Kevelaer beispielsweise spendete nicht nur 2000 Euro für die Kinderhospizarbeit, Firmeninhaberin Ann Elbers liegt – auch durch ihre private Erfahrung als Mutter – die Unterstützung betroffener Familien so sehr am Herzen, dass sie die mit ihr zusammenarbeitenden Lieferanten aufforderte, es ihr gleich zu tun! „Ich stehe mit meinem Unternehmen für Internationalität, für verschiedene Kulturen und Religionen, möchte aber nicht aus den Augen verlieren, dass es in Deutschland und vielleicht auch in unmittelbarer Nähe Familien gibt, die auf unkomplizierte Hilfe angewiesen sind“, begründet Elbers ihr entschlossenes Engagement. Sieben Gartenbaubetriebe, die mit Eurofleurs zusammenarbeiten, sagten daraufhin ebenfalls eine Spende an den Bundesverband Kinderhospiz zu.

„Wir sind ganz gerührt und bewegt von diesem tollen Einsatz für unsere Arbeit“, so Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. „Kinderhospizarbeit ist leider in vielen Bereichen immer noch dramatisch unterfinanziert, und viele Familien mit einem lebensverkürzend erkrankten Kind wenden sich an den Bundesverband Kinderhospiz, wenn sie Hilfe brauchen. Es ist wunderbar, auf Menschen zu treffen, die uns für diese Hilfe so engagiert und energisch unterstützen!“ Insgesamt konnte sich der Bundesverband Kinderhospiz durch die Firmen Rainer Bückers, Topfpflanzen Hils, Gartenbau Mosler, Gärtnerei Segler, Gartenbau van den Ham, Gartenbau Gerritzen und Eurofleurs über eine Spendensumme von 3.550 Euro freuen.

Zusätzlich „blühte“ dem Dachverband der deutschen Kinderhospizeinrichtungen noch eine weitere Überraschung anlässlich des Muttertags: die Firma Blumen Minicuci aus Frankfurt spendete zwei riesige Kartons voller Blumen, die der Bundesverband Kinderhospiz mit zur Messe „Leben und Tod“ nach Bremen nehmen durfte. „So einen wunderschönen Messestand hatten wir noch nie“, freut sich Sabine Kraft. Außer Informationen über die Kinderhospizarbeit wurde in Bremen jedem Standbesucher eine Blume verehrt. „Es war toll zu erleben, welch große Freude man Menschen mit einer einzelnen Blume machen kann!“

Der Bundesverband Kinderhospiz setzt sich für die weit über 40.000 Familien ein, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben. „Gerade zu Gelegenheiten wie dem Muttertag ist es wichtig, sich klar zu machen, unter welcher immensen Belastung Mütter – und Väter – von schwerstkranken Kindern stehen“, so Kraft. „Viele Familien geraten in finanzielle Nöte oder werden sozial isoliert. Es ist so wertvoll, dann schnell und unkompliziert helfen zu können!“

Als Dachverband der ambulanten und stationären Kinderhospizeinrichtungen in Deutschland ist der Bundesverband Kinderhospiz auch Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kostenträger und Spender. Er engagiert sich politisch für bessere Rahmenbedingungen für die Kinderhospizarbeit. Mit dem OSKAR Sorgentelefon hat der BVKH eine weltweit einzigartige Hotline ins Leben gerufen, an die sich Betroffene wie Fachleute wenden können und alle, die Fragen haben zu lebensverkürzenden Erkrankungen bei Kindern oder Trauernde, die bereits ein Kind verloren haben. OSKAR ist unter der Nummer 0800 8888 4711 rund um die Uhr, anonym und kostenfrei erreichbar.

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Familien mit Pflege überlastet

190515 Tag der Familie

Bundesverband Kinderhospiz fordert breiteres Maßnahmenpaket gegen den Mangel an Fachkräften in der Kinderkrankenpflege

Zum Tag der Familie macht der Bundesverband Kinderhospiz mit Nachdruck auf die Missstände in der Kinderhospizarbeit aufmerksam. „Viele Familien mit unheilbar kranken Kindern stehen unter einer enormen Belastung, weil sie aufgrund des Pflegekräftemangels einfach keinen Dienst finden, der die ihnen zustehende Versorgung ihres Kindes gewährleisten kann“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. Kinder, die palliativ versorgt werden müssen, sind kein Fall für eine Klinik. Sie brauchen intensive Pflege zuhause, oft rund um die Uhr. Doch dafür ausgebildetes Personal ist Mangelware. Der Dachverband der deutschen Kinderhospizeinrichtungen hat ein politisches Hintergrundpapier erstellt, das in 12 „Problemen“ darstellt, wo es hakt in der Versorgung schwerstkranker Kinder und Jugendlicher in Deutschland.

„Familien mit schwerstkranken Kindern müssen entlastet werden, doch dafür muss politisch an mehreren Stellschrauben gedreht werden“, sagt Kraft. Das Hintergrundpapier analysiert, dass die erfolgte Reform der Pflegeberufe-Ausbildung das strukturelle Problem nicht effektiv genug bekämpft. Vielmehr müsse man höhere Anreize schaffen, damit Pflegekräfte diese wertvolle Arbeit – häufig im anstrengenden Schichtdienst – leisten können. „So müssten beispielsweise die vielen weiblichen Pflegekräfte sicher sein können, dass ihre eigenen Kinder in Kitas gut untergebracht sind, und das zu einem Preis, zu dem es sich auch lohnt zu arbeiten“, fordert Sabine Kraft: „Sonst ist die Konsequenz, dass wir als Gesellschaft Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern in unerträglicher Lage alleine lassen!“
Das Hintergrundpapier des Bundesverbands Kinderhospiz ist auf dessen Homepage einsehbar: www.bundesverband-kinderhospiz.de/grundsaetze

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