Kinderhospizarbeit

Was unterscheidet Kinderhospizarbeit von der sonstigen Hospizarbeit?

"Erwachse¬≠nenhospize" stehen ihren G√§sten explizit nur f√ľr die finale, letzte Lebensphase of¬≠fen. Kinderhospizarbeit ist ein unterst√ľtzendes Angebot f√ľr die gesamte Familie lebensbegrenzend erkrankter Kinder, Jugendlicher und auch junger Erwachsener, das sich vom Zeitpunkt der Diagnose oft √ľber viele Jahre bis zum Tod und dar√ľber hinaus erstreckt. Aus dieser Situa¬≠tion ergeben sich eigene Bedarfs-, Arbeits- und Angebotsstrukturen, die nicht mit einem in der Regel auf die letzte Lebensphase √§lterer Menschen zielenden Angebot vereinbar sind. Kinderhospizarbeit setzt aus zwei Gr√ľnden unverzichtbar im pr√§fi¬≠nalen Stadium ein.

Zum einen sind Kinder existentiell abh√§ngig von der Familie, d.h. von ihren vertrau¬≠ten Bezugspersonen. Eine stabile famili√§re Situation und eine sichergestellte h√§us¬≠liche Versorgung m√ľssen daher f√ľr das Kind unbedingt gew√§hrleistet sein. Wichtig ist eine in allen Bereichen gest√ľtzte vertraute Umgebung, um dem Kind lange die F√§¬≠higkeit zu erhalten, kindlichen Grundbed√ľrfnissen entsprechend zu leben. Durch eine t√∂dlich verlaufende Erkrankung ergibt sich eine unerwartete, perma¬≠nente Belastung des Familiengef√ľges, das Hilfe im Umgang mit dieser Problematik braucht, besonders da die Pflege und Betreuung dieser schwerstkranken Kinder vorwiegend im h√§uslichen Bereich erfolgt.

Zum anderen ist es bei Kindern noch erheblich schwieriger als bei Erwachsenen, eine definitive Einschätzung der Lebenserwartung zu geben, da oft unerwartete Verläufe mit zeitweiser Stabilisierung bzw. Destabilisierung auftreten, die sich teilweise auf Jahreszeiträume ausdehnen können. Dadurch kann sich immer wieder auch durch akut auftretende Krisen die Notwendigkeit zu einem Aufenthalt in ei­nem Kinderhospiz ergeben.