Grundsätze

Die gemeinsame Wurzel mit der britischen Kinderhospizbewegung spiegelt sich auch in den Grundsätzen der Kinderhospizarbeit des Bundesverbandes wider, die in Anlehnung an die Definition des englischen Dachverbandes ACT (Association for children with Life-Threatening or Terminal Conditions and their Families) formuliert worden sind.

Die Kinderhospizarbeit betrachtet das gesamte Familiengef√ľge als untrennbare Einheit. Sie unterst√ľtzt damit ausdr√ľcklich auch Eltern und Geschwisterkinder. Die Begleitung der betroffenen Familien beginnt nach der Diagnose einer lebensbegrenzenden Erkrankung und geht √ľber den Tod des Kindes hinaus.

 

  • Die grundlegende Zielorientierung der Kinderhospizarbeit besteht in der F√∂rderung der Lebensqualit√§t der betroffenen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie deren Familien. Sie orientiert sich dabei an den Interessen und Bed√ľrfnissen der Betroffenen.
  • Die Kinderhospizarbeit besteht aus einem ambulanten und einem station√§ren Arbeitsbereich. Beide Bereiche erg√§nzen sich und gehen nahtlos ineinander √ľber.
  • Die Kinderhospizarbeit f√∂rdert die Sicherstellung der palliativen Pflege und palliativ-medizinischen Behandlung und bietet eine umfassende Trauerbegleitung an. Sie koordiniert die medizinisch-pflegerischen und psychosozialen Unterst√ľtzungsleistungen im unmittelbaren Lebensumfeld der betroffenen Familien (Case-Management).
  • Integraler Bestandteil der Kinderhospizarbeit ist die Qualifizierung und fachliche Begleitung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden.

 

Wie in der Hospizarbeit generell haben sich auch in der Kinderhospizarbeit zwei einander erg√§nzende und aufeinander aufbauende Arbeitsfelder entwickelt: die station√§ren Kinderhospize als R√ľckzugsort aus dem extrem belasteten Alltag und die ambulanten Kinderhospizdienste, die die betroffenen Familien in der Bew√§ltigung des h√§uslichen Alltags vor Ort unterst√ľtzen. Die Familien lebensbegrenzend erkrankter Kinder werden in der Bew√§ltigung ihres t√§glichen Lebens √ľber die auf das erkrankte Kind bezogene pflegerische und medizinische Betreuung hinaus durch die ambulanten Kinderhospizdienste unterst√ľtzt.
Der Aufenthalt in einem station√§ren Kinderhospiz erg√§nzt und erweitert diese allt√§gliche Unterst√ľtzung in Krisensituationen aber auch mit dem Ziel, Frei- und Erholungsr√§ume f√ľr die Eltern, Kinder und Geschwisterkinder zu er√∂ffnen.