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Wie viel ein einzelner Mensch bewirken kann, bewies Bernhard Fritsch am Montagabend. Der Geschäftsführer des freien Versicherungsbüros Wolfgang Ott in Stuttgart hatte sich für die Feier zum 50. Jubiläum ein besonderes Ziel gesetzt: Er wollte seine Kunden (überwiegend Architekten und Ingenieure) und Mitarbeiter überzeugen, für Kinderhospize zu spenden.


Ein Teil des Geldes fließt in ein neues Kinderhospiz in Stuttgart

Der Saal war erfüllt von Rührung und dann noch die Summe auf dem Scheck, der am 20. Oktober übergeben wurde, dies trieb den Teilnehmern des Festaktes die Tränen in die Augen – statt der erhofften 100.000 Euro kamen am Ende mehr als 246.000 Euro zusammen. „Es ist die größte Spende, die ich in meinen zehn Jahren als Geschäftsführerin des Bundesverbandes je bekommen habe“, sagte Sabine Kraft bewegt. „Herr Fritsch hatte den Mut hin- und nicht wegzuhören. Etwa 40.000 Kinder in Deutschland haben die Diagnose 'unheilbar'. Ihnen und ihren Eltern wollen die Hospize eine würde- und freudvolle letzte Lebensphase der Kinder ermöglichen.“ In Stuttgart soll 2015 ein neues Kinderhospiz gebaut werden, das Projekt steht kurz vor der Baugenehmigung.

Allein der Gedanke an den Tod wirkt auf viele Menschen beängstigend. Manche fürchten ihn so sehr, dass sie den Gedanken daran verdrängen. Verständlich, denn das Sterben beinhaltet einen emotionalen Verlust, eine Phase der Trauer. Aber die Mitarbeiter der Hospize wissen aus Erfahrung, dass es möglich ist, mit diesem nicht vermeidbaren Teil unseres Mensch-seins gut umgehen zu können. Genügend Zeit, genügend Pflege, genügend Begleitung, eine angenehme Atmosphäre, die Betreuung der Angehörigen – all das zeichnet Hospize aus. Sie bieten das, wofür in Krankenhäusern oft Zeit und Geld fehlt. Humanitäre Abschiede sind eine gesellschaftliche Verpflichtung – und gleichzeitig ein Geschenk für den, der geht und für die, die noch bleiben.

Kinderhospize müssen mehr als 50% ihrer laufenden Kosten über Spenden einwerben. Bernhard Fritsch erfuhr durch einen Artikel in der FAZ vor zwei Jahren über die Situation von unheilbar kranken Kindern in Deutschland; dies ließ ihn nicht mehr los, und war die Initialzündung für den Spendenaufruf. Getreu seinem Motto „Hand in Hand“ organisierte er eine berührende Feier. Der Auftritt des schwäbischen Kabarettisten Bernd Kohlhepp brachte die Zuhörer zum schmunzeln, PUR-Keyboarder Cherry Gehring stimmte „Lean on Me“, den Klassiker von Bill Withers, an und nach und nach stand das Publikum auf und sang ergriffen mit. Als Fritsch dann noch die Gründung einer Stiftung zu Gunsten von Kinderhospizen verkündete, lagen sich die Feiernden ergriffen in den Armen.

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Spender
Kunden und Mitarbeiter des freien Versicherungsbüros Wolfgang Ott.
Allein die Witwe des Firmengründers, Karola Ott, 79 Jahre alt, spendete 100.000 Euro

Initiator
Geschäftsführer Bernhard Fritsch

Empfänger
Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverband Kinderhospiz e.V.

Anlass
Feier des 50. Jubiläum der Firma Wolfgang Ott

Datum
Montag, 20. Oktober 2014

Ort
Architektenkammer Baden-Württemberg

Gäste
Rund 140, darunter der Vorstandsvorsitzende der Gothaer Versicherung, Thomas Leicht, Hans Dieterle, Geschäftsführer der Architektenkammer Baden-Württemberg, Karola Ott, Witwe des Firmengründers und Geberin der größten Einzelspende

Musik
Cherry Gehring, Keyboarder der Band PUR

Kabarett
Der schwäbischen Kabarettist Bernd Kohlhepp