Auch schwer kranke Kinder haben Rechte - ein Recht auf Leben und würdevolles Sterben!

 „Wenn einem Kind aufgrund einer unheilbaren Erkrankung keine Zukunft gegeben ist, so dürfen wir ihm nicht auch noch das Recht auf ein kinderwürdiges Sterben verwehren. Das ist das Mindeste, was wir als Gesellschaft leisten müssen“, erklärte Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverband Kinderhospiz e.V., und sie führt fort: „Kinderrechte“ gelten für alle Kinder, weltweit, egal ob in Deutschland, in Belgien, in Afrika, egal ob gesund oder krank, aber vor allem für die besonders vulnerablen, die lebensverkürzend erkrankten Kinder!“ Deutschland wie auch Belgien gehören zu den ersten Unterzeichnern der UN-Kinderrechtskonvention. Sie haben sich verpflichtet, Kinder zu schützen und gewähren ihnen ein eigenständiges Recht auf Leben.

Es gibt keine Erkenntnisse darüber, wie gemessen werden könnte, ob die Reife eines Kindes ausreicht, um über sein eigenes Sterben zu entscheiden. Jedoch wissen wir, dass eine optimale Palliativversorgung für ein würdevolles und friedvolles Sterben ausschlaggebend ist. Wir wissen nicht, welche Auswirkungen eine Aktive Sterbehilfe für das eigene Kind auf die Überlebenden hat - in ein, zwei, drei, zehn Jahren. Joan Marston, die Direktorin des Internationalen Netzwerks für Kinderpalliativversorgung mit Sitz in Südafrika fordert die Belgische Regierung auf: „Stecken Sie lieber dieses Geld in den Ausbau der Kinderpalliativversorgung, insbesondere in die Qualifizierung von Fachkräften, um Kindern und ihren Angehörigen das Leiden zu erleichtern und ihnen höchstmögliche Lebensqualität bis zum letzten Tag zu ermöglichen“.

Wenn einem Kind schon keine Zukunft gegeben ist, so dürfen wir ihm nicht auch noch das Recht auf sein kinderwürdiges Sterben verwehren. Das ist das Mindeste, was wir als Gesellschaft leisten müssen. Wo es keine Heilung mehr geben kann, muss eine  ideal abgestimmte Schmerztherapie unnötiges Leid verhindern. Prof. Dr. Richard Hain, Honorarprofessor an der Universität von Südwales und Leitender Pädiater in Kinderpalliativmedizin am Kinderkrankenhaus in Wales bringt es auf den Punkt:
„Wir wissen, dass wir Kinder glücklicher machen können, indem wir ihre Symptome lindern, denn dazu gibt es wissenschaftliche Ergebnisse. Wir wissen, dass wir sie glücklicher machen können, wenn wir mit ihnen reden und sie liebkosen, weil sie lächeln und lachen, wenn wir das tun. Aber es gibt keinerlei Nachweis wie auch immer darüber, dass wir sie glücklicher machen, wenn wir sie töten! Es gibt nichts, absolut nichts, das anraten könnte, dass Euthanasie der beste Weg wäre, um Kinder von ihrem Leiden zu befreien!“

Zur vollständigen Pressemitteilung
Zu einem zusätzlichen Artikel in der BBC UK
Zum HPC-First Booklet der Canadian Hospice Palliative Care Association
Zu weiteren Informationen zur Palliativversorgung auf unserer Seite

Update 27.01.2014:
Interview mit Anthony Foskett vom Mannheimer Kinderhospiz „Sterntaler“

Update 04.03.2014: 
Radiobeitrag eines belgischen Pädiater in englisch, der für die Einführung der aktiven Sterbehilfe spricht. Wir glauben, dass es eine strikte Trennung geben muss - AKTIVE STERBEHILFE hat nichts mit Palliative Care zu tun!